Passivierung von Metalloberflächen

Nach der Reinigung, Entrostung, Entlackung, Desoxidation oder Ätzung können Metalloberflächen besonders reaktiv sein. Eine Passivierung kann die Korrosionsbeständigkeit der Oberfläche verbessern und sie vor erneuter Korrosionsbildung schützen.

Bei der Passivierung entsteht eine dünne, stabile Schutzschicht auf der Metalloberfläche. Sie bildet eine Barriere gegenüber äußeren Einflüssen und ist damit ein wichtiger Bestandteil der industriellen Oberflächenbehandlung und des Korrosionsschutzes.

RHOBA-Chemie produziert und liefert Passivierungsmittel für unterschiedliche Werkstoffe, Verfahren und industrielle Anwendungen – unter anderem für Stahl und Guss sowie Kupfer und Messing.

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Was ist eine Passivierung?

Bei der chemischen Passivierung wird eine Metalloberfläche gezielt behandelt, sodass sich eine dünne und stabile Passivschicht ausbildet. Diese reduziert die Reaktivität der Oberfläche und verbessert ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber korrosiven Einflüssen.

Im Gegensatz zu einer klassischen Beschichtung wird dabei keine separate Lack- oder Schutzschicht aufgetragen. Die Passivierung beruht auf einer chemischen Veränderung beziehungsweise Stabilisierung der oberflächennahen Metallschicht.

Welche Funktion hat eine Passivschicht?

Die Passivschicht reduziert die Reaktivität der behandelten Metalloberfläche und kann dadurch den Korrosionsschutz verbessern. Welche Wirkung erreicht wird, hängt unter anderem vom Werkstoff, dem eingesetzten Passivierungsmittel und den Prozessbedingungen ab.

Für welche Metalle und Anwendung ist eine Passivierung geeignet?

Das geeignete Verfahren und Passivierungsmittel hängen vom jeweiligen Werkstoff ab. RHOBA-Chemie bietet Lösungen für verschiedene Metalle und Anwendungen.

Passivierung von Stahl und Guss

Bei Stahl- und Gussteilen kann die Passivierung nach einer Vorbehandlung wie Reinigung, Entrostung oder Entlackung eingesetzt werden. Sie ist damit ein möglicher Bestandteil der Prozesskette zur Behandlung und zum Korrosionsschutz der Bauteile.

Passivierung von Kupfer und Messing

Auch Kupfer und Messing können mit passenden Passivierern behandelt werden. Dabei müssen Werkstoff, Anlagenbedingungen und eingesetztes Produkt aufeinander abgestimmt sein.

Industrielle Einsatzbereiche

Passivierungsmittel kommen unter anderem in folgenden Bereichen zum Einsatz:

Passivierungsmittel von RHOBA-Chemie

RHOBA-Chemie bietet innerhalb der Produktlinien RHOBA SUPRA und RHOBA PURIA verschiedene Produkte für die Passivierung und den Korrosionsschutz.

Produkt

Typ

Einsatzbereich

RHOBA SUPRA C303Multifunktionales Passivierungskonzentrat für wässrige SystemeTauch-, Sprüh- und Spritzanlagen; Passivierung von Stahl- und Gussteilen; Abdrückwässer, Wasserprüfbecken, Dichtigkeitsprüfungen und Kühlkreisläufe
RHOBA SUPRA C301Hochkonzentrierter Korrosionsinhibitor und HärtestabilisatorGeschlossene und halboffene Kühl- und Prozesswassersysteme; Passivierung von Kupfer und Messing
RHOBA PURIA Z202Spezialkonzentrat zur Neutralisation und PassivierungPassivierung nach Entkalkungsvorgängen und Anwendungen, bei denen eine Neutralisation erforderlich ist

Wie wird eine Metalloberfläche chemisch passiviert?

Der genaue Ablauf hängt vom Werkstoff und vom eingesetzten Passivierungsmittel ab. Eine industrielle Passivierung kann beispielsweise aus folgenden Prozessschritten bestehen:

1. Reinigung und Entfettung

Zunächst werden Öle, Fette, Kühlschmierstoffe und andere Rückstände von der Oberfläche entfernt. Eine saubere Oberfläche ist die Voraussetzung für die nachfolgende Behandlung.

2. Beizen oder weitere Vorbehandlung

Je nach Zustand des Werkstücks kann eine zusätzliche Vorbehandlung erforderlich sein. Beim Beizen werden beispielsweise Oxidschichten und andere unerwünschte Ablagerungen von der Metalloberfläche entfernt.

3. Passivierung

Anschließend wird das Passivierungsmittel auf die vorbereitete Metalloberfläche aufgetragen. Je nach Produkt und Prozess kann dies beispielsweise im Tauch-, Sprüh- oder Spritzverfahren erfolgen.

4. Spülen und Trocknen

Nach der Passivierung können die behandelten Bauteile gespült und anschließend getrocknet werden. Der konkrete Ablauf richtet sich nach dem eingesetzten Produkt und den Anforderungen des jeweiligen Prozesses.

Passivierungsmittel für Ihren Prozess finden

Welches Passivierungsmittel zu Ihrem Prozess passt, hängt von mehreren Faktoren ab – unter anderem vom Werkstoff, der Vorbehandlung, dem Anlagenverfahren und den konkreten Prozessbedingungen. Eine pauschale Empfehlung ist daher nicht immer sinnvoll.

Sie sind unsicher, welches Produkt für Ihre Anwendung geeignet ist? Sprechen Sie mit RHOBA-Chemie. Wir prüfen Ihre Anforderungen und unterstützen Sie dabei, eine passende Lösung für Ihren Prozess zu finden.

Individuelle Passivierungslösung anfragen

Häufig gestellte Fragen zur Passivierung

Wann ist eine Passivierung sinnvoll?

Eine Passivierung kann sinnvoll sein, wenn eine Metalloberfläche nach einer Vorbehandlung wie Reinigung, Entrostung, Entlackung, Desoxidation oder Ätzung besonders reaktiv ist. Bei Stahl- und Eisenbauteilen kann sie beispielsweise nach der Entlackung eingesetzt werden, um die frisch behandelte Oberfläche vor Korrosion zu schützen.

Was ist der Unterschied zwischen Beizen und Passivieren?

Beim Beizen werden unerwünschte Schichten wie Oxide, Zunder oder andere Ablagerungen chemisch von der Metalloberfläche entfernt. Die Passivierung setzt anschließend an der vorbereiteten Oberfläche an und verbessert deren Korrosionsbeständigkeit.

Beizen und Passivieren erfüllen damit unterschiedliche Aufgaben und können in der industriellen Oberflächenbehandlung aufeinanderfolgende Prozessschritte sein.

In welchen Anlagen kann die Passivierung durchgeführt werden?

Je nach Produkt eignen sich die Passivierungsmittel von RHOBA-Chemie für Tauch-, Sprüh- und Spritzverfahren. Welche Variante für den jeweiligen Prozess geeignet ist, hängt unter anderem vom Produkt, Werkstoff und Anlagenkonzept ab.

Wie oft muss eine Metalloberfläche passiviert werden?

Das hängt vom jeweiligen Einsatzbereich und Prozess ab. Bei Bauteilen kann die Passivierung beispielsweise ein definierter Prozessschritt nach der Fertigung oder Bearbeitung sein. In geschlossenen Kühlwassersystemen kann der Korrosionsschutz dagegen über einen Inhibitor kontinuierlich aufrechterhalten werden.

Sind alle Passivierungsmittel für jeden Werkstoff geeignet?

Nein. Das eingesetzte Passivierungsmittel muss zum jeweiligen Werkstoff und Prozess passen. RHOBA SUPRA C303 ist beispielsweise nur bedingt für Buntmetalle und Aluminium geeignet. RHOBA SUPRA C301 darf dagegen nicht in Anlagen mit Aluminium oder aluminiumhaltigen Werkstoffen eingesetzt werden.