Phosphatierung von Metallen

Die Phosphatierung ist ein chemisches Verfahren zur Oberflächenbehandlung von Metallen. Dabei entsteht durch die Reaktion der Metalloberfläche mit einer phosphathaltigen Prozesslösung eine fest haftende Konversionsschicht aus Metallphosphaten. 

Je nach Werkstoff, gewünschter Oberflächeneigenschaft und nachfolgendem Prozess kommen unterschiedliche Phosphatierungsverfahren zum Einsatz. RHOBA-Chemie bietet Spezialchemikalien für die industrielle Vorbehandlung und unterstützt bei der Auswahl und Abstimmung geeigneter Verfahren.

Phosphatierungsprozess individuell abstimmen

Was ist Phosphatierung?

Bei der Phosphatierung wird eine Metalloberfläche mit einer phosphathaltigen Prozesslösung behandelt. Dabei bildet sich eine Konversionsschicht aus schwerlöslichen Metallphosphaten. Je nach Verfahren und Anlagentechnik kann die Behandlung im Tauch- oder Spritzverfahren erfolgen.

Welche Vorteile bietet die Phosphatierung?

Phosphatieren bereitet Metalloberflächen gezielt auf die weitere Verarbeitung vor. Abhängig vom Verfahren und der Anwendung kann die Phosphatschicht:

  • den Korrosionsschutz unterstützen
  • die Haftung von Lacken und anderen Beschichtungen verbessern
  • als Vorbehandlung vor Lackierungen oder Pulverbeschichtungen dienen
  • Öle und Schmierstoffe aufnehmen
  • die Oberfläche für nachfolgende Fertigungs- und Verarbeitungsschritte vorbereiten

Eine Phosphatschicht allein ist dabei nicht mit einem dauerhaften Korrosionsschutz gleichzusetzen. Ihre Wirkung hängt vom eingesetzten Verfahren und vom gesamten Beschichtungs- beziehungsweise Konservierungsprozess ab.

Phosphatierungsverfahren im Überblick

Zu den gängigen Phosphatierungsverfahren zählen die Zink-, Mangan- und Eisenphosphatierung. Sie unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich der entstehenden Schicht, ihrer Funktion und ihrer Einsatzbereiche.

Zinkphosphatierung

Bei der Zinkphosphatierung entsteht eine kristalline Zinkphosphatschicht. Sie wird häufig als Vorbehandlung für nachfolgende Beschichtungen eingesetzt, unter anderem in der Automobilindustrie und im Fahrzeugbau. Ein typisches Einsatzgebiet ist die Vorbehandlung vor einer kathodischen Tauchlackierung (KTL). 

Manganphosphatierung

Die Manganphosphatierung erzeugt eine vergleichsweise poröse Phosphatschicht. Sie kann Öle und Schmierstoffe aufnehmen und wird deshalb vor allem bei Bauteilen eingesetzt, bei denen Reibung, Verschleiß und Schmierung eine Rolle spielen. Typische Anwendungen finden sich beispielsweise bei Zahnrädern, Kolben und Führungen.

Eisenphosphatierung

Bei der Eisenphosphatierung entsteht eine dünne Konversionsschicht. Das Verfahren wird häufig als Vorbehandlung vor einer Lackierung eingesetzt.

Einsatzbereiche der Phosphatierung

Phosphatierungen kommen in unterschiedlichen industriellen Bereichen zum Einsatz: 

Ablauf einer Vorbehandlung

Die Phosphatierung ist meist Bestandteil einer mehrstufigen Vorbehandlung. Die einzelnen Schritte werden dabei auf den Werkstoff, die Anlagentechnik und die nachfolgende Verarbeitung abgestimmt. 

Ein möglicher Prozessablauf umfasst:

  1. Reinigen und Entfetten: Öle, Fette und andere Verunreinigungen werden von der Oberfläche entfernt.
  2. Beizen oder Entrosten: Falls erforderlich, werden Oxidschichten und Rost beseitigt. 
  3. Phosphatieren: Die Metalloberfläche wird mit einer phosphathaltigen Prozesslösung behandelt und die gewünschte Konversionsschicht erzeugt. 
  4. Spülen: Rückstände aus dem vorherigen Prozessschritt werden entfernt.
  5. Nachbehandlung: Je nach Verfahren und nachfolgender Anwendung kann eine zusätzliche Behandlung erforderlich sein.
  6. Lackieren oder Pulverbeschichten: Anschließend wird die gewünschte Beschichtung aufgetragen.
     

RHOBA SUPRA – Prozesschemikalien für die Phosphatierung

Die RHOBA SUPRA-Serie umfasst Produkte für die Reinigung, Entfettung, Entrostung und Phosphatierung von Metalloberflächen.

Produkt

Typ

Einsatzbereich

RHOBA SUPRA V101Entfettungs-, Entrostungs- und PhosphatierungskonzentratKombinierte Reinigung und Phosphatierung von Leichtmetallen und Eisenwerkstoffen
RHOBA SUPRA V102Entfettungs-, Entrostungs- und PhosphatierungskonzentratKombinierte Entfettung und Phosphatierung, unter anderem vor Lackier- und Pulverbeschichtungsprozessen für Eisen und Stahl
RHOBA SUPRA V103Phosphorsaures KombinationsproduktGleichzeitige Entfettung und Phosphatierung im Spritz-, Tauch- und Hochdruckverfahren 

Phosphatierung mit RHOBA-Chemie

Welche Prozesschemikalie geeignet ist, hängt nicht nur vom Werkstoff ab. Auch Anlagentechnik, Applikationsverfahren, gewünschte Schichteigenschaften und nachfolgende Prozessschritte spielen eine Rolle.

RHOBA-Chemie unterstützt bei der Auswahl und Abstimmung geeigneter Produkte und bei der Optimierung bestehender Phosphatierungsprozesse. Zum Leistungsangebot gehören:

  • Kundenspezifische Lösungen für unterschiedliche Anforderungen
  • Laboranalysen zur Prozessoptimierung und Fehleranalyse
  • Technische Unterstützung bei der Auswahl und Optimierung von Vorbehandlungsprozessen und Chemikalien
  • Beratung zu Reinigung, Entfettung, Entrostung und Phosphatierung

Die passende Phosphatierung für Ihren Prozess

Nicht jedes Verfahren eignet sich für jeden Werkstoff und jede Anlage. Auch die vorgelagerte Reinigung sowie die nachfolgende Beschichtung oder Konservierung müssen bei der Auswahl berücksichtigt werden.

RHOBA-Chemie unterstützt Sie dabei, geeignete Spezialchemikalien für Ihren Phosphatierungsprozess auszuwählen und die einzelnen Prozessschritte aufeinander abzustimmen.

Phosphatierung für Ihren Prozess anfragen

Häufig gestellte Fragen zur Phosphatierung

Was ist der Unterschied zwischen Zink-, Mangan- und Eisenphosphatierung?

Die Verfahren unterscheiden sich vor allem in der Zusammensetzung und Struktur der entstehenden Phosphatschicht sowie in ihren typischen Einsatzbereichen:

  • Zinkphosphatierung: Erzeugt eine kristalline Schicht und wird häufig als Vorbehandlung für nachfolgende Beschichtungen eingesetzt.
  • Manganphosphatierung: Erzeugt eine poröse Schicht, die Öle und Schmierstoffe aufnehmen kann. Sie wird insbesondere bei Bauteilen eingesetzt, bei denen Reibung und Verschleiß eine Rolle spielen.
  • Eisenphosphatierung: Erzeugt eine dünne Konversionsschicht und wird häufig als Vorbehandlung vor einer Pulver- oder Nasslackierung eingesetzt.

Warum wird vor der Lackierung phosphatiert?

Die Phosphatierung kann die Haftung einer nachfolgenden Beschichtung unterstützen und ist Bestandteil bestimmter Vorbehandlungssysteme. Zusammen mit der anschließenden Beschichtung kann die Phosphatschicht außerdem zum Korrosionsschutz des Gesamtsystems beitragen.

Für welche Werkstoffe eignet sich die Phosphatierung?

In erster Linie eignet sich die Phosphatierung für Stahl und Eisenwerkstoffe, aber auch Zink und Nichteisenmetalle lassen sich phosphatieren.

Kann Phosphatierung und Entfettung in einem Prozessschritt erfolgen?

Ja, für bestimmte Anwendungen stehen Prozesschemikalien zur Verfügung, die Entfettung und Phosphatierung miteinander kombinieren. RHOBA SUPRA V101, V102 und V103 sind für entsprechende kombinierte Prozesse ausgelegt.

Was ist bei der Auswahl eines Phosphatierungsmittels wichtig?

Neben dem Werkstoff spielen die Anlagentechnik, das Applikationsverfahren und die gewünschte Phosphatschicht eine wichtige Rolle. Auch die nachfolgende Beschichtung oder Konservierung sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden. Entscheidend ist daher die Abstimmung des Phosphatierungsmittels auf den gesamten Vorbehandlungsprozess.